Investieren in das Recht des Stärkeren - am Berg und an der Supermarktkassa?

von WOLFGANG

Investieren und Finanzieren – und alle denken wir sofort an neue Lifte und Bahnen, Beschneiungsanlagen, Pisten – so fern nicht Stop verordnet wird, Investment in neue Hardware in jedem Fall. Die Zahlen – rund 700 Mio. wurden 2019 seitens der Seilbahnwirtschaft österreichweit investiert – und die positiven Auswirkungen auf Region und vorgelagerte Branchen sind beeindruckend. Rund 100.000 Arbeitsplätze hängen an den Seilbahnen, ein Multiplikatoreffekt von 7 – € 1.000 Löhne, Gehälter, Gewinne und Abschreibungen bei Seilbahnen führen zu über € 7.000 Wertschöpfung gesamt! Und: Keine Frage – es gibt noch genug zu tun, zu verbessern am Berg, um einerseits nachhaltig und ökologisch zu arbeiten und andererseits den Ansprüchen unserer Gäste weiterhin gerecht zu werden. So weit so gut!

Szenenwechsel. Ende Februar, prominentes Skigebiet in Tirol. Seilbahn neuester Bauart. Guten Morgen am Einstieg heißt Schlachtfeld Einstieg – alleine als Herausforderung, mit kleinen Kindern fast nicht machbar! Kein Management des Einsteigens – es gilt das Recht des Stärkeren! Am Nachmittag zieht gewaltiger Sturm auf – alles flüchtet vom Berg! Die Seilbahn schwebt beruhigend sicher und ruhig ins Tal – Technologie vom Feinsten! Perfekt! Der Einstieg und der damit verbundene Kampf ist dagegen ein Horror! Technik vom Allerfeinsten, Service und Dienstleistung grottenschlecht! Man stelle sich vor – an einer Supermarktkassa gilt das Recht des Stärkeren – schlichtweg undenkbar, aber in unserer Branche leider kein Einzelfall, eher die Regel. Hochgerüstete Technologie und Service aus der Steinzeit! Bei rund 100 Skitagen in vielen verschiedenen Skigebieten verfestigt sich – leider – ein bleibender Eindruck.

Szenenwechsel 2. Kein Paradigmenwechsel ist notwendig, nur den Blick zu schärfen ist mehr als notwendig. Und Investment in Service am Berg, in Sensibilisierung und Achtsamkeit der Mitarbeiter, in Aus- & Fortbildung und in Qualitätsmanagement, das sich eben nicht in Technik erschöpft! Die Servicekaiser unter den Bahnen in Österreich zeigen, dass und wie es geht, nützen den externen Blick und Wissen aus anderen Dienstleistungsbranchen! Bei 700 Mio. Investment wären rund 3 – 5 % Investment in Service am Berg ein lohnendes und überschaubares Investment, das sich vielfach und rasch rentiert! Garantiert!

 

PS.: Das BERGBAHNCAMP 2020 zum Thema „ SERVICE am BERG“ 
Mittwoch 23.09. – Freitag 25.09. 2020

www.mountain-excellence.com/BERG.BAHN.CAMP 

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